Oper mit Kindern - für Kinder!

"Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart in Kooperation mit der Volksschule Hohenthann

Die positiven Eindrücke der Realisierung von Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ als Singspiel an der Volksschule Hohenthann eröffneten die Perspektive, den Versuch einer Zusammenarbeit zu wagen. In beinahe einem Jahr Vorbereitungsarbeit wurden auf beiden Seiten Pläne geschmiedet und konkretisiert. Am Wochenende des 25. bis 27. Januar 2002 fanden schließlich in der Mehrzweckhalle der Schule drei Aufführungen von Mozarts wohl bekanntester Oper, der “Zauberflöte”, statt. Mit über 80 Musikern (40 Chor / 43 Orchester) wurden dabei insgesamt 21 Musiknummern (davon 8 Chöre und Arien) aufgeführt.

Das Libretto: Die Handlung von Mozarts Oper wurde - bis auf wenige Kürzungen - beinahe unverändert übernommen. Das Libretto wurde so umgemodelt, dass es von Kindern gestaltet und auch verstanden werden konnte. Was an Inhalt der Kürzung zum Opfer fiel, wurde durch einen Erzähler, bzw. mit Einblendungen auf der Bühne überbrückt - am Ende ergaben sich ca. 65 Minuten Spiel und Musik.

Die Szene: Das Konzept sah vor, die große Menge an Beteiligten auf drei Bühnen zu verteilen. Die Haupt- bühne in der Mitte gehörte den pantomimisch agierenden Schauspielern und den Projektionen. Auf der linken Seitenbühne nahmen die verschiedenen Sprecher und die Erzähler(innen) platz. Die rechte Seitenbühne war für Chor und Orchester reserviert. (siehe ganz oben)

Die Musik: Das Orchestermaterial wurde unverändert dem Original entnommen. Aus den Schulklassen wurden einzelne sangesfreudige Schüler rekrutiert und zu einem 40 Mann/Frau starken Chor geformt. Da die originalen Singstimmen für Kinder meist nicht zu bewältigen sind, wurden diese mit wenigen Vereinfachungen überarbeitet. Auf diese Weise konnten einige Chöre (in zwei- bis dreistimmiger Form) und etwa die Papageno-Arien problemlos übernommen werden. Was für den Fortgang der Handlung wichtig war, aber dennoch nicht überzeugend geboten werden konnte (beispielsweise schwierige Koloraturarien, o.ä.), wurde solistisch von Instrumenten gespielt - etwa die berühmte “Rache-Arie” der Königin der Nacht (Piccolo- Flöte) oder die darauffolgende Sarastro-Arie “In diesen heil’gen Hallen” (Posaune). Die Texte wurden zum besseren Verständnis eingeblendet. Wenn Papageno und Papagena sich und ihre Kinder bekommen, unterstützen zwei Solo-Klarinetten die lustige Pantomime, usw. Geprobt wurde getrennt in Regensburg und Hohenthann. Die insgesamt 21 Musiknummern (davon 8 Chöre und Arien) wurden schließlich in einer langen, gemeinsamen Probe in Regensburg zusammengefügt.


Ein beispielloses Schulprojekt: Da viele kurze Szenen auf alle Klassen verteilt wurden, konnte nicht nur der normale Unterricht ohne große Störungen durchgeführt werden, es ermöglichte zudem die einzigartige Chance für Zusammenarbeit über die Fächergrenzen hinweg. Bei weitem nicht nur in Musik und Kunsterziehung – sondern auch in Sport, Werken / Textiles Gestalten, den mathematischen und hauswirtschaftlichen Fächern wurden Vorbereitungen getroffen. Gemäß dem Lehrplan, doch auf die Verwendung beim gemeinsamen Großprojekt zugeschnitten, wurden Unterrichtsinhalte zu praktischer Realität.